John ‘Rabbit’ Bundrick kam 1979 zu den Who, um eine Tour mitzuspielen und hat seitdem für die Band die Tasten bedient. Wir haben ihn und die Band anlässlich des letzten Konzerts der 2000 Tour im Wembley Stadion getroffen.

Interview: Aubrey Parsons Bilder: Mark Bradwick

In den frühen 1970ern wohnte John ‘Rabbit’ Bundrick mit keinem geringeren als Bob Marley zusammen. "In unserem Haus in Schweden hatte wir jeder ein Zimmer, in dem wir unsere Songs schrieben und generell unsere Egos auslebten. Es war wie eine Songwriting-Fabrik. Wenn man durch das Haus lief, hörte man ein Konglomerat verschiedener Musiken, die alle um einen Platz in Deinem Ohr kämpften. Aus Bobs Zimmer kamen die mit Abstand rauesten Sounds. Es war erstaunlich, welche Mengen Rauch unter seiner Tür durchzogen. Nachdem ich nach England umgezogen war, habe ich Bob wiedergetroffen und mit ihm an dem Catch a Fire -Album gearbeitet. man kann mich sogar auf "Stir it up", hören, obwohl ich dafür niemals irgendwelche Credits eingeheimst habe."

John ‘Rabbit’ Bundrick mag nicht der erste Name sein, der einem einfällt, wenn man an Keyboarder denkt. Aber man kann ihn auf sehr vielen berühmten Alben hören. Nicht viele Leute können sagen, sie waren am Anfang von Bob Marleys Karriere dabei oder sie seien eines der Gründungsmitglieder von Free. Ich habe Rabbit am letzten Abend der 2000er Who Tour getroffen.

Wie ist es, immer noch auf Tour zu sein?
“Es war grossartig, wieder unterwegs zu sein. Mit den Who zu arbeiten ist immer etwas Besonderes. Ich habe seit 1979 mit ihnen gespielt, gleich nachdem das Quadrophenia Album herausgekommen war. Ich bin zwar etwas traurig, dass die Tour heute zu Ende ist, aber ich freue mich gleichzeitig darauf, wieder in mein Haus in Somerset zu kommen.“
Auch zu Haus arbeitet Rabbit immer und verbringt die meiste Zeit mit Komponieren, Spielen und Aufnehmen…

“Ich komponiere jeden Tag. Wenn ich nicht gerade mit jemandem zusammenarbeite, schreibe ich neues Material. Ich habe Hunderte von Musikstücken. Ich schreibe auch eine Menge für Musik-Libraries. man kann die CD kaufen und die Musik in jeder beliebigen Weise verwenden. Ich erfahre nur durch die GEMA-Schecks, wo meine Musik benutzt worden ist. Sie wird für Fernsehfilme und Werbespots weltweit eingesetzt. Man findet sie sogar in dem Dungeons & Dragons Computerspiel, obwohl ich es nie gespielt habe.”

Rabbits musikalisches Interesse begann, als er sieben jahre alt war und seine Eltern ihm ein Piano kauften. Die High School war ein weiterer Hinweis auf seinen zukünftigen Lebensweg – Er fiel in allen normalen Fächern durch - nur in Musik war er ein As.
“Ich habe Bowling als Sport im College gewählt, weil man da den Campus verlassen und Bier trinken gehen konnte. Mein College-Aufenthalt drehte sich um Musik, Bowling und Bier”
Rabbits musikalischer Background wurde stark durch die Vorliebe seiner Familie für Country & Western Musik beeinflusst.

“Wenn immer ich nach Hause komme, setzen wir uns zusammen, trinken Bier und spielen Country & Western-Musik - die ganze Nacht, herrlich. das Klavier, das ich als Kind hatte gibt es immer noch.”
Ich fragte Rabbit welche Musik ihn im Moment beeinflusst…
“Ich höre mir die Musik anderer Leute nicht mehr an. Ich nehme alles auf, was ich mache und höre es mir hinterher an. Jede Probe und jeder Auftritt von mir wird aufgenommen. Ich höre es mir an, um zu beurteilen wie ich gespielt habe. Wenn es nicht perfekt war, möchte ich hören, wo der Fehler war, so dass ich es verbessern kann.”
Während der Who-Tour war Rabbits Hauptinstrument ein Roland RD-600.

"Ich habe mein Rack um das RD-600 herum aufgebaut. Ich liebe das Spielgefühl und die Klangqualität ist fantastisch. Das Piano muss bei mir einiges aushalten. Ich spiele nicht besonders schnell, aber ich spiele gerne perkussiv”
Dies konnte man bei Rabbits Performance während des Songs "You’d Better You Better You Bet" sehen. Ich war im Publikum, nicht weit von der Bühne und war höchst beeindruckt von der spielerischen Perfektion. Es gibt heutzutage nicht viele Live-Musiker vom Kaliber der Who.
Das Wembley Stadion hat schon viele Bands gesehen und die Who haben nicht nur den jungen Leuten bewiesen, dass sie es noch können.