Interview mit Victor Wooten

Das Ying und Yang des Ganzen

Er wird gehandelt als einer der einflussreichsten Bassisten seit Jaco Pastorius. Victor ist für seine Soloaufnahmen und Touren allgemein bekannt, außerdem als Mitglied der Supergruppe und Grammysieger Bela Fleck and the Flecktones. Sein unglaublicher Stil brachte ihm zwei Nashville Music Awards als Bassist des Jahres ein, und er ist der einzige Bassist, der jemals dreimal „Bass Player of the Year“ des Bass Player’s Magazine wurde. Er hat mit einer großen Auswahl guter Musiker gespielt, von Branford Marsalis, Mike Stern, Bruce Hornsby, Chick Corea, Dave Matthews, Prince, Gov’t Mule, Susan Tedeschi, Vital Tech Tones (mit Scott Henderson und Steve Smith), der Jaco Pastorius Word Of Mouth Big Band bis zum Soundtrack des Disney Films Country Bears.

Wir hatten die Gelegenheit mit Victor zu sprechen, als er vor kurzer Zeit mit Mike Stern spielte, und wir sprachen über Equipment.

Wie lange benutzt du schon BOSS Geräte?
Mann, ich weiß es echt nicht mehr. Ich weiß nur das es schon sehr, sehr lange her ist. Ich vermute der Octaver [OC-2] war eines der ersten Pedale, und ich hatte ein paar unterschiedliche BOSS Distortion Pedale [DS-1]. Mein Bruder Reggie benutzt die auch. Ich hatte ein Reverb Pedal [RV-5], und jetzt benutze ich das große, rote GT-6B.

Wie gefällt es dir?
Ich mag es wirklich gerne. Ich hatte jahrelang ein Whammy-Pedal, und ich mag das GT-6B wirklich gerne. Besonders weil es im Bypass-Mode so clean ist. Ich hatte einige Geräte anderer Firmen mit ein paar Effekten die mir gefielen, aber sie haben meinen Sound etwas verwaschen. Das GT-6B ist dagegen sauber. Und ich will noch eines hinzufügen... unterwegs habe ich ne Menge Bassisten gesehen, die es in ihrem professionellen Setup haben, wie Gerald Beasly, Steve Bailey, Richard Bona, Leute wie die.

Also ist das GT-6B dein momentan am häufigsten benutztes Effektpedal?
Ich benutze es die meiste Zeit. Und nur damit du es weißt, ich habe es gekauft! Und war froh darüber. Es ist so gut, das ich es kaufen wollte und nicht probiert habe es umsonst zu bekommen. Ich habe dafür bezahlt. Und das sogar nachdem ich das „Wooten“ Patch in dem Gerät entdeckte. Ich fand das ziemlich cool [lacht].

Warum BOSS?
Okay, ich sag’s dir ganz offen... Ich habe immer schon BOSS und Roland Produkte benutzt, und viele Jahre wusste ich sogar nicht, das sie zur selben Firma gehören. Wenn ich einkaufe, ist das erste worauf ich achte nicht der Markenname. Ich suche eben einfach was ich eben suche. Ich suche nach etwas, was genau das macht, was ich brauche. Und so bin ich bei den BOSS Pedals gelandet, sie haben den cleansten Sound für meinen Bass. Wenn das die Antwort auf „Warum BOSS ?“ ist, dann wars das. Mein Signal bleibt sauber, insbesondere wenn ich den Effekt nicht benutze [im Bypass-Mode]; das Signal bleibt unverändert.

Hast du mal einen unserer Bass Amps benutzt?
Habe ich nicht. Mein Bruder Joseph hat nen Roland Amp mit einem 15er Speaker, den er für seine Keyboards benutzt, aber ich habe noch nie einen probiert.

Wärst du daran interessiert einen anzuchecken?
Definitv. Ich habe gerade mit Mike [Stern] darüber gesprochen, und er fragte, ob ich mal einen gespielt hätte. Aber yeah... ich werde alles ausprobieren.

Musikalisch gesehen, was macht es für dich immer wieder interessant?
Ich halte einfach meine Augen und Ohren offen..., weißt du, das erhält mir meine Vorstellungskraft. Ich höre mir einfach alles da draußen an. Und ich halte mich viel von Musik fern, damit ich nicht zu sehr ausbrenne. Ich spiele mit Mike Stern, den Flecktones, ich habe meine eigene Band, ich gebe Clinics und Camps, so bleibt es sehr interessant. Und ich nehme mir auch viel Auszeit vom Bass...das ist vielleicht sogar das Wichtigste. Mir hat mal jemand gesagt, das man vom Bass gefangen werden kann, und ich glaube ihm. Du kannst da so hineingeraten, das sich dein ganzes Leben darum dreht, und du den Blick für das Ganze verlierst.

Interview by Phil Gates