Interview mit Tris Imboden

Die meisten Bands können nur davon träumen, eine Hit Single oder ein bestseller-Album herauszubringen. Nur einige wenige Glückliche haben dies erreicht und immer noch werden wenige ihnen folgen können. Noch seltener sins Bands, deren Popularität über Jahrzehnte andauert.

Chicago ist eine überwältigende Erfolgsgeschichte. Mit 30 erfolgreichen Jahren hinter sich und und einem passenderweise XXX genannten Album in den Läden tourt die Band immer noch und füllt die Hallen. Musikalisch sind sie tight wie nie zuvor und das ist zum großen Teil ihrem soliden Drummer Tris Imboden zu verdanken.

Tris Imboden war die rhythmische Basis von Chikago in den letzten 16 Jahren. Bevor er der Supergroup beitrat, war er bereits etabliert als Mitglied der Kenny Loggins-Band. Tris war und ist ein “Drummer’s Drummer” der alles kann, aber genau weiß, wann Zurückhaltung geboten ist und was der Song verlangt.

Tris benutzt im Studio schon seit langem Roland V-Drums. Als er letztens Roland US besuchte, sprach er mit uns über die populärsten elektronischen Drums der Welt.

Als Du zum ersten Mal die V-Drums ausprobiert hast, wolltest Du sie als Ersatz für Dein akustisches Kit benutzen oder mehr für nicht-akustische Sounds und Effekte?

Ich bekam meine ersten V-Drums vor sieben oder acht Jahren und wollte sie zuerst nur für “schräge” Sounds verwenden. Aber als ich begann, mit ihnen zu experimentieren, war ich höchst erstaunt, wie nahe sie dem "richtigen" Schlagzeug kamen. Man konnte den Klang praktisch nicht von dem akustischen unterscheiden. Seit der Zeit benutze ich V-Drums in Aufnahme-Situationen, wo ich sonst auch akustische Drums verwendet hätte wie z.B. beim Home Recording, wo der Einsatz akustischer Drums schwierig ist.

Was hat Dir bei den V-Drums besonders gefallen im Gegensatz zu anderen elektronischen Kits auf dem Markt?

Ich kann nur wenig über die V-Drums COSM-Technologie sagen, aber in der Lage zu sein, das Kesselmaterial, die Kesseltiefe, die Felltypen, Mikrofonauswahl und -Position selbst bestimmen zu können ist einfach fantastisch.

Was sagst Du zu den stimmbaren Mesh Heads und dem sensiblen Positional Triggering.

Absolut fantastisch. Die Ansprache der Felle und die Möglichkeit, auch mit Besen zu spielen sind unglaublich.

Du hast mit einem V-Drum Kit der ersten Generation begonnen. Jetzt spielst Du das TD-20S V-Pro Set. Welche Unterschiede sind Dir aufgefallen?

Das wichtigste sind die Cymbals — nicht nur die verbesserten Cymbal Sounds, sondern auch die Ansprache und das Spielgefühl der HiHat. Das ist eine deutliche Verbesserung. Das Original war schon sehr gut, aber dieses spielt sich und klingt wie eine "echte" HiHat. Jetzt kann ich Sweeps mit dem Fuß, Splashes und andere Spieltechniken einsetzen.

Du verwendest V-Drums im Studio, planst Du sie auch in Deinem Live-set mit Chicago einzusetzen?

Ich denke darüber nach, weil mir die Sequenzen im TD-20 gut gefallen, speziell die Montunos, zu denen man erstklassig Solos spielen kann. Ich liebe Latin Music, also denke ich darüber nach, meine Drum Soli damit zu würzen.

Du bist seit vielen Jahren ein Unterstützer der elektronischen Percussion.

In der tat, ich benutze elektronische percussion seit langer Zeit, bis zurück zu dem originalen Simmons-5 kit. Songs wie “Footloose” und “Forever” von Kenny Loggins habe ich auf dem Simmons-5 gespielt. Zu der Zeit habe ich viel mit David Foster und Humberto Gatica gearbeitet und Humberto war der “King of the Simmons.” Er hat mich das Modul nicht einmal berühren lassen; es befand sich immer auf dem Mischpult (lacht). Um es kurz zu machen - ich verwende Elektronik schon seit vielen Jahren. Der Unterschied zu Heute ist bemerkenswert. Mit den Roland-Sachen hat man tatsächlich Dynamik, man hat das Gefühl die Trommel atmet, während man sie spielt. Das Positional Triggering, wo der Ton sich abhängig von der Anschlagposition verändert, ist großartig, nicht zu vergessen die Möglichkeit, Buzz Rolls, Grace Notes und all die anderen Feinheiten zu spielen. Die Möglichkeiten sind so viel umfangreicher geworden.

Zusätzlich zu Deiner Arbeit mit Chikago - an welchen anderen musikalischen Projekten hast Du in letzter Zeit gearbeitet?

Ich lebe am Nordstrand von Kauai [Hawaii] und nehme regelmäßig mit einigen leuten auf. Das Schönste ist - es ist eine Recording Scene auf Kauai entstanden. Also habe ich Projekt nach Projekt gemacht. Ich hatte die Ehre mit Todd Rundgren zu arbeiten, der ebenfalls dort lebt. Donald Fagan war letztes Jahr da, um sein Solo Album zu beenden und ich habe ein Live Gig gespielt, was große Klasse war.

Erzähl uns über Deine Arbeit mit Chicago.

Ich spiele jetzt seit 16 jahren mit Chicago, was kaum zu glauben ist. Es ist eine unglaubliche Band mit einer einzigartigen musikalischen Geschichte … Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein.

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Bleiben Sie in Verbindung mit Tris und Chicago auf at www.chicagotheband.com.

Interview by Greg Rule