Rodrigo González von den Ärzten spricht über sein Equipment im Allgemeinen
und den V-Bass im Besonderen

Roland: Warum benutzt du den V-Bass? Was war entscheidend, die Bass-Simulationen, Amp-Simulationen, Synthsounds, Stimmung ändern per Knopfdruck oder Fretless spielen mit bundiertem Bass?
Rod: Ich benutze den V-Bass, weil mir schon immer wichtig war, klanglich vielseitig zu sein. Bei Rock-Bass ist das natürlich nicht so leicht etwas anderes zu spielen als die üblichen Effekte Fuzz, Wahwah und vielleicht mal einen Chorus. Ich finde es wichtig, dem Zuhörer bei einem 3 Stunden Konzert mehr zu bieten als 3 Stunden immer die selbe Instrumentierung. Am V-Bass mochte ich sofort das schnelle Tracking und eben den Akustikbass-Sound (Fretless). Auf der Bühne habe ich das Cello benutzt, und das klang gewaltig.
Roland: Benutzt du den V-Bass auch im Studio? Auf welchen Ärzte-CDs bei welchen Songs kann man Dich V-Bass spielen hören?
Rod: Auf der letzten Ärzte-Tournee hatte ich den V-Bass im Einsatz. Im Studio habe ich ihn noch nicht einsetzen können, also ist er bis jetzt auf keiner CD zu hören. Aber ich habe den V-Bass benutzt, um eben die Cello-Melodie von "Der Graf" zu spielen (was natürlich total super ankam), und als wir die Show in Oberhausen für die DVD aufgezeichnet haben, hatte ich den V-Bass noch nicht, sonst könnte man den auf der Live-DVD hören :-(
Roland: Aus welchen Amps, Effekten und Instrumenten besteht dein derzeitiges Live-Equipment für Bass?
Rod: 2 x SUNN Amps, davon 1 x 400 Watt Vollröhre und einen 1600 Watt Mosfet, sowie 1x 100er Hiwatt. 1 x Ampeg SVT Pro. Manchmal noch einen alten Acoustic Mosfet-Amp. Boxen: Fender Rumble Bass top/bottom, Ampeg, SWR. Als Effekte: Einen Fuzz, ansonsten nichts, das mache ich alles mit meinem Roland PK-5 Basspedal, mit dem ich mein altes Laptop ansteuere, da sind dann Sounds und Sequenzen drin. Dann steuert der PK-5 auch meinen Access Indigo und die Kanäle und Banks schalte ich am PK-5 beim Spielen um.
Roland: War es schwierig den V-Bass Tonabnehmer auf dem Bass zu montieren? Oder hast du dafür Mitarbeiter, Roadies, Angestellte, Diener, Sklaven? Auf welchem deiner Bässe ist der GK-3B Tonabnehmer montiert?
Rod: Ich habe es meinen Backliner machen lassen, und er war nach 30 Minuten fertig, es war also ein nützliches Manual dabei und der Einbau erklärte sich von selbst. Montiert war es auf einem Prototypen, den ich auf der letzten Tour getestet habe.

Roland: Bist Du ein Equipment-Freak, probierst Du gerne neue Geräte aus, programmierst Du gerne Sounds?
Rod: Klar, aber es gibt nicht wirklich neue Sachen (außer im Software-Bereich), meistens eher Retro-Effekte die man eh schon im Schrank liegen hat. Ich habe eine Riesensammlung an Bodentretern, vielleicht sollte ich die auch mal katalogisieren, wie meine Gitarrensammlung.
Roland: Gibt es ein Gerät, dass du gebrauchen könntest, aber das noch nicht erfunden wurde?
Rod: Ja klar, erstmal ein Upgrade des V-Bass um direkt MIDI-Noten am MIDI-Out an ein Keyboard oder Sampler oder Sequencer zu schicken, und mit dem Tracking, das man vom V-Bass gewohnt ist. Dann könnte ich mir eine Theremin-Tretminenkombination gut vorstellen.
Roland: Du hast deine eigenen Signature Gitarren- und Bässe, die von der Firma Career gebaut werden und sehr erschwinglich sind. Spielst du wirklich diese Instrumente "von der Stange" oder benutzt du Prototypen, die von der Serienfertigung abweichen?
Rod: Live spiele ich die "The Rod" von der Stange, mit meinem Tuning-Kit (also heißere Pickups), und einem einfachen Messing-Sattel (anstelle des Plastikteils). Das ist alles. Den V-Bass hatte ich letztes Jahr z.B. auf einem Prototypen meines nächsten Signature-Basses drauf, so konnte ich beides gleichzeitig beim Soundcheck und bei der Show testen.
Roland: Wie viele Instrumente umfasst Deine private Gitarren- und Basssammlung? Welches ist dein Lieblingsinstrument?
Rod: Nach meinem Katalog http://www.rodarmy.org/depot/guitars/guitarrod.html sind es 79, aber es kommt schon wieder eine neue hinzu, meine neue Johnny Ramone Signature Mosrite, also 80!
Roland: Welche anderen Geräte benutzt Du von Roland oder BOSS? Bist du ein Fan der bunten BOSS-Pedale? Welches war dein erster BOSS Bodentreter?
Rod: Meine Lieblinge waren z.B. der T-Wah, der Phaser und der alte Chorus CS 1, sowie der grosse Bruder, das Chrous Ensemble (das kann man auch schön anzerren!). In meiner Sammlung sind sie natürlich alle.
Den V-Wah finde ich gut gelungen, den benutze ich hin und wieder mal auf der Bühne, um zu variieren. Von Roland selbst besitze ich aufgrund meines Nebenberufs "Produzent" eine Menge Vintagekram, einen RE 201, einen RE 301, sowie natürlich mein Lieblingsdelay, das alte SDE-2000 (habe ich z.B. bei den Rainbirds auch in meinem Gitarrenrack benutzt), einen SRV-2000 für Toms, den Rackflanger SBF-325, sowie den "Dimension D" SDD-320 (der war auch im Rainbirds-Rack damals) und alle funktionieren 1A! Ich mochte schon immer den schönen Klang der Roland/Boss Kisten.