Interview mit Richard Bona

EIN ASS AM V-BASS

Sein Geburtsort : Ost-Kamerun. Sein heutiges Zuhause: New York. Seine Bühne: die Welt. Richard Bona ist ein international anerkannter Bassist, Sänger und Komponist, der in die höchsten musikalischen Ränge 

aufgestiegen ist. Ein kurzer Blick in seine Bio sagt alles: Bona wurde engagiert von legendären Musikern wie Herbie Hancock, Chick Corea, Pat Metheney, Joe Zawinul, Bob James, Sadao Watanabe, Branford Marsalis, David Sanborn, Bobby McFerrin und Randy Brecker, um nur einige zu nennen. Als Bandleader wagt er jetzt ein noch mutigeres musikalisches Statement.

 Bona in Aktion zu sehen ist einmalig. Er ist ein Meister des Basses, spielt mit unglaublicher Präzision und Geschwindigkeit, und sein Sound ist einzigartig. Er mixt den Roland V-Bass häufig mit dem GR-20 Gitarren-und Bassynthesizer, routet sie durch eine BOSS RC-20 Loop-Station und feuert diesen lebendigen, das ganze Frequenzspektrum abdeckenden Sound in ein top-aktuelles D-Bass Vertärkerstack.

 Roland traf sich mit Bona auf der NAMM Expo in Anaheim. Hier ist sein Statement zu seinem umfangreichen und einzigartigen Umgang mit Roland und BOSS Equipment.

Was brachte Dich zum V-Bass?
Mein Background ist eigentlich ein sehr direkter Sound. Ich hatte niemals Effekte benutzt. Eines Tages ging ich in Japan in einen Shop, und der Typ der meinen Fretless Bass gebaut hat, zeigte mir den V-Bass. Ich probierte ihn zum ersten Mal und rastete völlig aus. Ich spiele wirklich schnell; ich hatte vorher einige Bass-Synths probiert, aber sie konnten meinem Spiel ab einem gewissen Tempo nicht mehr folgen. Der V-Bass war das erste System, das mit meinem Tempo mithalten konnte. Ich verkabelte also den V-Bass und es war einfach überwältigend. 

Welche V-Bass-Sounds benutzt Du am meisten?
Die Presets sind alle sehr gut, aber ich bin gerne in der Lage, selber an den V-Bass Sounds herumzuschrauben. Mittlerweile sind daher alle meine Sounds selbstgemacht. Ich habe alles selber eingestellt, denn das gibt mir die Chance meine eigenen Klangfarben aus dem Gerät zu bekommen. Zum Beispiel liebe ich das erste Soundpatch, aber ich habe es etwas verändert. Mittlerweile habe ich drei Songs mit diesem Sound geschrieben.

Sind diese Songs schon veröffentlicht worden?
Einer war auf meiner letzten CD – ein Song mit Namen „Summer Woman“. Ich habe sehr viele V-Bass Sounds auf meinen Aufnahmen benutzt.

Du spielst doch auch den GR-20?

Yeah, ich liebe den GR-20. Ich spiele ihn live in Kombination mit dem V-Bass, parallel. Er hat ne Menge spezieller Sounds, weißt du. Ich bin mit der Musik von Weather Report aufgewachsen; ich hatte das Glück zwei Jahre mit Joe Zawinul spielen zu können. Der GR-20 hat einige old-school Sounds, die ich liebe. Die Horn-Sounds sind großartig. Und es gibt auch einige großartige Distortionsounds. Du wärst echt überrascht. Nach jeder Show kommen Leute zu mir und fragen: „Wie bekommst du diese Verzerrung hin. Das klingt unglaublich.“ Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, aber die meisten Menschen haben einfach noch nicht realisiert, was man mit dem Bass alles machen kann, um ihn wie eine Gitarre oder auch wie andere Instrumente klingen zu lassen.

 Ich benutze ungefähr zehn Sounds, nicht mehr. Und ich gebe ihnen allen Nummern von eins bis zehn, um nicht lange nachdenken zu müssen, was passiert. So ist es wirklich einfach. Dasselbe mit dem V-Bass; auf der Bühne benutze ich nur sechs Sounds, aber es funktioniert perfekt für die Musik, die ich mache.

Du spielst jetzt die neuen Roland D-Bass Amps?
Yeah. Letztes Jahr, auf meiner Japantour, wurden sie mir nach Tokyo gebracht. Ich testete sie, und sie waren wirklich gut. Ich war nicht nur von ihrem leichten Gewicht überrascht, sondern auch von dem Punch und der präzisen Wiedergabe der tiefen Frequenzen.

Und es sind sogar COSM Amp-Modelle eingebaut. Hast du da einen Favorit?

Ich liebe das „Flat“ Setting. Ich spiele einen passiven Bass, also ist das eine tolle Sache... auswählen zu können. Jemand der viel slapt mag vielleicht das eine Setup und einer, der viel mit den Fingern spielt, ein anderes. Und du kannst sehr schnell zwischen den Setups wechseln, einfach Klasse.

 Ich werde den D-Bass auf meiner nächsten Tour benutzen, und zwar als Stack mit dem Subwoofer (D-Bass 115X). Das ist auch eine erwähnenswerte Sache. Beim D-Bass Subwoofer kannst du die Lautstärke kontrollieren. Bei den meisten Subs geht das nicht. Entweder An oder Aus, das wars. Beim D-Bass kannst du die Lautstärke des Subwoofers regeln, was toll ist, denn auf einem großen Open-Air Gig brauchst du vielleicht mehr und einem kleinen Club weniger. Du kannst das einstellen. Man hat so das perfekte, komplette Paket.

Was ist für dich das Anziehende am Roland/BOSS Equipment?

Roland hat Geschichte in der Herstellung sehr guten Equipments -  und verlässlichem Equipments. Ich habe zum Beispiel einen sehr alten Roland Vocoder. Das Ding ist bestimmt 30 Jahre alt, und arbeitet immer noch sehr gut. Du kannst den vielen Staub darin sehen, aber er rockt immer noch. Also, wie man sieht, kann man mit Roland nichts falsch machen. Wenn du Roland Equipment kaufst, kannst du es ein Leben lang benutzen.

 Außerdem klingen die Sachen von Roland großartig. Roland war da immer weit voraus. Eine Firma ist nun mal das Abziehbild des Leiters. Von Anfang an war Rolands Gründer [Mr. Kakehashi] ein Mann der Visionen. Er hat immer weit nach Vorne gedacht: „Wo wollen wir in zehn Jahren stehen?“ Und damit die Richtung vorgegeben. Er war damals wie heute ein Visionär. Darum ist Roland ein Marktführer.

Interview by Greg Rule