Interview mit Rich Eckhardt

Wenn man bedenkt, wie viele Gigs Rich Eckhardt bereits gespielt hat, könnte man erwarten, einen Willie-artigen Haudegen mit lederartigem Gesicht, kaputtem Rücken und einem Leberschaden zu sehen. Weit gefehlt: Rich Eckhardt, ein Veteran mit mehr als 2000 Gigs auf dem Buckel, strahlt die jugendliche Energie und das "happy-go-lucky"-Gefühl eines Anfängers aus. Nachdem er die halbe Big Throwdown-Tour mit Toby Keith hinter sich hatte, lud Rich BOSS zu einer All-Access-Tour des Hyundai Pavilion ein, wo die Band sich darauf vorbereitete, vor ausverkauftem Haus zu spielen.

Und das war auch genau, was sie machten. Rich, Toby und die anderen spielten ihre mehr als 20 Songs und brachten vom ersten Ton an die Menge zum Toben.

Hier steht, was wir über Rich, seine Tour mit Toby und seine vielen Jahre mit BOSS- und Roland-Gitarrenprodukten erfahren haben.

Erzähl und über Deine musikalische Entwicklung in Washington DC und Deinen späteren Umzug nach Nashville.

In DC habe ich drei Abende die Woche Gitarre unterrichtet, am Wochenende gespielt und in der Woche in einem Musikgeschäft gearbeitet. Ich dachte, wenn ich mehr Chancen als professioneller Musiker haben wollte, müsste ich nach LA, New York oder Nashville gehen. Also entschied ich mich - rein zufällig - für Nashville und zog 1989 dahin um. Ich hätte mich ebenso gut dabei wiederfinden können, im Orchestergraben einer Broadway Show zu sitzen, da ich nichts anderes wollte, als Gitarre zu spielen. Ich hatte keine Vorstellung davon, ein Country Star, Rock 'n' Roller oder was auch immer zu sein. Ich wollte einfach professioneller Musiker sein und es war mir egal, wie es dazu kommen würde.

Man musste schon ein echter Country-Freak sein, um Erfolg in Nashville zu haben, oder?

Die interessante Sache dabei ist, ich bin in erster Linie als Rockmusiker nach Nashville gezogen. Ich dachte mir: “ Nashville ist voll von hervorragenden Country Musikern, da habe ich die Chance herauszuragen.” Ich hatte Glück mit meinem Timing, denn ich kam an als Garth Brooks und Travis Tritt groß herauskamen, so dass die Leute Musiker hören wollten, die rocken konnten. Die traditionellen Coutry-Jungs waren zu der Zeit nicht so gefragt.

Hat es lange gedauert, bis Du dir einen Namen gemacht hast?

Am Anfang gab es ein paar Einbahnstraßen, aber ich hatte Glück: das erste Mal als ich meinen Gitarrenkoffer aufgeklappt und und in Nashville gespielt habe, war es auf der Bühne des Grand Ole Opry. Ich war erst sieben Wochen in der Stadt und spielte bereits im Opry.

Wie ist es dazu gekommen?

Ich bin der Musiker-Gewerkschaft beigetreten und die Leute fingen sofort an, bei mir anzurufen. Eine der Bands, die mich anriefen, waren die James Brothers und das fühlte sich sofort richtig an. Sie waren dabei, sich einen Plattenvertrag zu besorgen und hatten ein Gig im Opry. Sie gaben mir eine Liste mit ungefähr 120 Stücken. Ich glaube, ich kannte nur ungefähr 12 davon [lacht] aber sie buchten mich sofort, weil ich so aufgeregt war, obwohl es nicht viel Geld gab. Ich glaube auch, dass mein frischer Name dafür sorgte, dass ich bemerkt wurde. Die Leute hatten einfach keine Lust mehr, dieselben alten Namen annzurufen, die schon immer auf der Liste standen.

Eine Sache, die ich über Nashville gelernt habe ist, dass es egal ist, was Du woanders gemacht hast. Wenn Du in Nashville ankommst, fängst Du neu an. Die Leute sind nur daran interessiert, was Du gemacht hast seit Du un der Stadt angekommen bist.

Wie weit bist Du mit den James Brothers gekommen?

Ich haben ungefähr 1 1/2 Jahre mit ihnen gespielt. Gerade als es auseinander ging, wurde ich von Eddy Raven gebucht, der in den 80ern sehr erfolgreich war. Ich stieß 1990 dazu und machte den rasanten Abstieg mit. Es war trotzdem eine gute Erfahrung. Wir spielten meistens in Casinos, großen Clubs in Texas und solchen Veranstaltungen, was ziemlich gute Gigs waren. Ich habe dabei auch eine Menge darüber gelernt, wie es ist auf Tour zu sein - eine prima Vorbereitung auf das, was ich jetzt mache

Was uns zu Toby Keith bringt. Du bist 1998 dazugekommen - gerade rechtzeitig, um beim Aufstieg zur Spitze dabei zu sein.

In der Tat, aber es war ein langsamer Prozess. Als ich mit Toby begann, waren wir normalerweise der Support Act für jemand anderen wie z.B. Reba oder Garth. So habe ich die Sache wachsen sehen, bis zu dem Punkt wo wir jetzt sind. Es ist nicht einfach über Nacht passiert. Es war nicht der plötzliche Durchbruch. Es war ein langsamer Aufstieg und das war gut so.

Du hast im Laufe deiner Karriere eine Menge BOSS- und Roland-Instrumente benutzt.

Ich habe mein Roland GP-8 schon in den 80ern zusammen mit dem FC-100 Foot Controller und einem EV-5 Expression Pedal gekauft. Von BOSS habe ich viele Jahre den SX-700 Effects Processor die TU-12 Tuners, das TR-2 Tremolo-Pedal, den CS-3 Compressor/Sustainer , das OC-3 Super Octave, den CE-3 Chorus und das SD-1 Super Overdrive-Pedal benutzt. Vor kurzem habe ich auch noch den GT-8 bekommen. Erstklassige Geräte!

Ich habe schon immer zu BOSS- und Roland-Geräten geneigt und habe sie bei allem, was ich gemacht habe benutzt - in Clubs, in Stadien und auf Grammy-geehrten und Multiplatin-Alben. Ich bin mit den Sachen in aller Welt gewesen und sie haben immer tadellos funktioniert.

Wir haben gerade auf der Stergus Biker Rally gespielt und mein Pedalboard wurde dabei völlig durchnässt. Es hat geschüttet. Mein Techniker hat es nicht abgewischt, bevor er es eingepackt hat und es war eine zweitägige Fahrt nach Kalifornien, so dass das Ding die ganze Zeit auf dem Laster im Wasser gelegen hat. Als wir zum nächsten Gig kamen, habe ich es ausgepackt, abgewischt und es hat perfekt funktioniert. Erstaunlich, speziell wenn man bedenkt, wie alt das Ding ist - ungefähr 20 Jahre und es war nie zur Wartung oder Reparatur.

So gut das auch ist, ich denke der wahre Beweis für die erstklassige BOSS- und Roland-Qualität sind meine 20 Jahre mit ständigen Sessions, Demos und über 2000 Konzerten bei denen meine Ausrüstung jeden tag perfekt funktioniert hat.

Du hast kürzlich ein neues BOSS GT-8 bekommen. Wie findest Du das?

Als ich mich darauf vorbereitete, nach Übersee zu gehen, wollte ich alle meine Sounds in einer transportfreundlichen Kiste haben, also habe ich ein GT-8 gekauft. Es ist erstaunlich. Es kann alles, was man jemals brauchen könnte. manchmal denke ich: “Warum habe ich ein Rack von der Größe eines Kühlschranks, wenn ich alles mit diesem kleinen Pedal erledigen kann - einfach anschließen und der Sound ist perfekt?”

Wenn Du auf der Bühne mit Toby bist, benutzt Du viele verschiedene Patch-Setups währen der Show, oder ist es soundmäßig einfach?

Wir spielen durchschnittlich etwa 22 Songs und dafür brauche ich ca. 18 sounds. manchmal ist es nur ein identischer Sound mit einem etwas anderen Delay oder mit harmonizer, den ich herein- und hinausfahre, aber ich wechsele auf jeden fall die Sounds, um sie an die Songs anzupassen.

Wie sind Eure Live-Arrangements verglichen zu den Studioaufnahmen?

Wir tendieren dazu, es auf der Bühne etwas härter zu spielen. Wir nehmen das, was im Studio gespielt wurde und fügen eine menge Druck hinzu. Niemand hat je gesagt: “Du musst das genau wie auf der Platte spielen, oder der Sound muss exakt so oder so sein”. Ich versuche einfach, es so genau wie möglich zu kopieren und etwas Druck hinzuzufügen.

Mit so vielen Touren im Rücken - welchen Tat würdest Du jemandem geben, der es dasselbe wie Du machen will?

Enn Du in diser Preisklasse auf Tour gehen willst und so viele Shows pro Jahr spielen willst wie wir, vergiss die ganze “Party on the Road”-Idee. man muss mit seinen Kräften haushalten. Man kann hier und da mal über die Stränge schlagen, aber im Grunde muss man gesund leben. Man kann unterwegs so schnell krank werden - einer aus der Band fängt sich irgendwas ein, es geht im Bus herum und ehe man sich's versieht, hat man fünf kranke Leute.

Neben Deinen Gigs mit Toby hast Du ein Solo Album mit dem Titel Soundcheck herausgebracht.

Danke für die Erwähnung. man kann es auf meiner website [ www.richeckhardt.com ] und in einigen Läden bekommen. Es ist ein Gitarrenalbum mit von mir geschriebenen Instrumentaltiteln. Es zeigt eine andere Seite von mir. Stilistisch geht es in die Richtung Jeff Beck, Michael Hedges, Larry Carlton - ich hatte eine menge verschiedene Einflüsse und das versuche ich auf dieser Platte zu zeigen. Wenn Du auf Gitarre stehst, wirst Du diese Platte wahrscheinlich mögen.

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Wenn Du Rich auf Toby Keith’s 2005 Big Throwdown Tour verpasst hast, kannst Du ihn auf der Toby Keith Unleashed DVD in Aktion erleben.