Interview mit John Petrucci von Dream Theater

Als Dream Theater ihr derzeitiges Album “6 Degrees of Inner Turbulence” herausbrachten,hatte die Band mehr als nur einige Gründe, nervös zu sein. Einer war die Doppel-CD die eine Rock/Metal/Classical-Mischung enthielt, welche zusätzlich zu den Themen Stammzellenforschung und Geisteskrankheit ein 42-Minuten-Werk beherbergte, das die Standpunkte von sechs unterschiedlichen Charakteren erzählt - das ist nicht unbedingt das, was US Radiostationen wollen.

Jetzt, sechs Monate später, können Dream Theater den ersten Seufzer der Erleichterung los lassen. Die Band hat Schiffsladungen von "6 Degrees" weltweit verkauft und ist auf der erfolgreichsten Tour ihrer 16-jährigen Geschichte. Die Fans von Dream Theater wissen, dass die Band und ihr virtuoser Gitarrist/ Songwriter John Petrucci eine lange und erfolgreiche Karriere aufbauten, indem sie kontinuierlich gegen Konventionen verstiessen.
“Die Reaktion auf unsere neue Platte war erstaunlich gut,” bestätigt Petrucci. “Natürlich sind wir nicht unbedingt die Art Band, die im Radio gespielt wird. Aber wegen der unglaublichen Unterstützung durch unsere Fans, sind wir jetzt der Top Act in Arenen mit 10.000 Plätzen... Darüber sind wir natürlich hocherfreut. Ich sehe eine Menge Kids in unseren Shows, was natürlich sehr ermutigend ist. So ist es nach all diesen Jahren und wir wachsen immer noch.”
Man muß nur einmal kurz in "6 Degrees" hineinhören, um die Gründe für ihre wachsende Popularität zu begreifen. Die Platte ist eine Mischung aus Heavy Gitarrenmusik, Progressive Rock, schrägen Taktarten und grandiosen melodischen Bewegungen. Damit ist sie eine der ambitioniertesten Veröffentlichungen von

Dream Theater seit Jahren. Auf gewisse Weise erinnert sie an moderne Bands wie Radiohead und an klassische Bands wie Pink Floyd gleichzeitig. Gitarrenfans wird der Mund offenstehen, wenn sie Petruccis unglaubliche Technik und melodische Brillianz hören – diese Fähigkeiten, die Petrucci auch für die kürzliche G3 Tour mit Steve Vai und Joe Satriani prädestinierten. “Die G3 hat ein völlig anderes Publikum als Dream Theater,” kommentiert Petrucci. “In erster Linie ist es nicht so Hard-Core oder ‘Heavy’. Natürlich sind dort auch eine Menge Musiker im Publikum... viele Leute, die selbst spielen. Auf der Bühne mit Steve und Joe ist man einfach von großartigen Musikern umgeben. Das ist es, was ich sehr genieße.”
Aus Petruccis eindrucksvollem G3-Auftritt resultierte sogar eine Solo-Platte. “Als ich letzten Sommer G3 machte, musste ich vorher natürlich Musik schreiben,” erinnert er sich. “Und während der Tour fragten alle, ob es die nicht auf CD gäbe. So dachte ich, dass es jetzt an der Zeit wäre, ein Solo-Album herauszubringen. Dabei sind Dave LaRue am Bass und Dave DiCenso an den Drums... es ist einfach ein unglaubliches Trio.”

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Mit so vielen unterschiedlichen Gitarrensounds, die für Dream Theater und seine Soloarbeit gebraucht werden, könnte man denken, dass Petrucci ein riesiges Gitarren-Rack besitzt.
Während er für einige Touren ein umfangreiches Bradshaw Switching-System benutzt, zieht Petrucci es manchmal vor, die Dinge einfach zu halten mit nur wenigen BOSS-Pedalen und einem Verstärker. “Ich habe BOSS-Pedale in vielen verschiedenen Setups benutzt,” sagt er. “Auf der G3 Tour letzten Sommer habe ich z.B. das DD-5 Digital Delay, das CE-3 Chorus und das OD-1 OverDrive gespielt. Ich verwende diese Pedale in Situationen, wenn ich kein großes Rack haben will, aber natürlich trotzdem einen erstklassigen Sound brauche.”
“Manchmal ist es erfrischend, die Dinge einfach zu halten,” fährt er fort. “Ich mache Clinics für Ernie Ball/Music Man und dabei tauche ich nur mit diesen Pedalen auf... Ich mag das kleine gelbe OverDrive Pedal speziell dafür, dass es meinem Rhythmus-Kanal einen schönen Punch hinzufügt und den Pegel anhebt. Die BOSS-Pedale klingen erstaunlich, sind zuverlässig und ich muss mich nicht darum kümmern, irgendetwas aufzubauen.”
Pedale sind aber nicht die einzigen BOSS-Geräte, die Petrucci besitzt; kürzlich hat er seiner Tour-Ausrüstung ein BR-1180CD Digital Recording Studio hinzugefügt. “Eines, was mich immer interessiert, sind Geräte, die man einfach mit auf Reisen nehmen kann,” sagt er. “Das BR-1180 ist hervorragend mit dem eingebauten CD-Brenner. Ausserdem gefallen mir Sachen, bei denen man nicht viel in Gebrauchsanleitungen lesen muss. Wenn man also eine Idee im Hotelzimmer, oder wo auch immer, schnell festhalten will, ist das BR-1180 unschlagbar. Ich habe es mir geholt und es sofort benutzt. Ich habe einfach die Gitarre angeschlossen und die internen Gitarren-Modelle verwendet, um ein paar Stücke zu schreiben.”
In Zukunft werden Fans auf beiden Seiten des großen Teiches viele Gelegenheiten haben, Petrucci und Dream Theater live zu sehen. “Wir sind seit Januar auf Tour und haben Pläne für das ganze Jahr,” sagt er. “Im Juni und Juli sind wir in Europa auf Fesivals und ähnlichen Veranstaltungen. Außerdem haben wir eine Stadion-Tour in den USA mit Joe Satriani und King’s X im September. darauf freue ich mich schon sehr.”
Wir auch!
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