Interview mit Larry Carlton

Wenn Larry Carltons aktuelle Aktivitäten eines zeigen, dann ist es seine Vielseitigkeit als Künstler und Gitarrist. Man denke an sein mit einem Grammy ausgezeichnetes Live-Album "No Substitutions", welches er in Japan mit Steve Lukather aufgenommen hat. Oder die zwei seelenvollen R&B -Alben mit Namen "Fingerprints" und "Deep Into It", die er unter seinem eigenen Namen aufgenommen und produziert hat, . Ausserdem gibt es noch sein neuestes Album "Heartfelt", eine jazz-Platte mit Fourplay, dem All Star Jazz-Ensemble bestehend aus Larry, Nathan East, Bob James und Harvey Mason.
Obwohl er in Nashville lebt und trotz des Erfolges seines Live Rock Albums mit Lukather (wofür er seinen aktuellen Grammy bekam), hat Larry immer seine R&B-Karriere verfolgt. Er tat sich mit dem Produzenten Paul Brown zusammen, um erst FingerPrints und dann Deep Into It zu produzieren.

Auf FingerPrints spielen Gäste wie Doobie Brother Michael McDonald oderNashville Piano-Zauberer Matt Rollings und Country Superstar Vince Gill. Ein hervorragendes Beispiel für Larrys Vielseitigkeit ist sein Solo-Wechsel mit Gill bei dem Stück “Gracias.” Larry fügt sich so optimal mit dem virtuosen Country Picker zusammen, als seien die beiden perfekt synchronisiert. “Da ist ein Zusammenspiel zwischen den Musikern auf diesen Tracks” hebt Larry hervor, “aber es geht nur um die Musik. Ich habe meinen Stil nicht angepasst, Ich habe einfach meine Seele herausgespielt, wie auch Vince. Als ich hörte, was Vince gerade gespielt hatte, kam es einfach aus mir heraus. Ich habe das Stück mit dem Gedanken an Vince geschrieben und ich wollte für uns beide eine Möglichkeit, uns auszuspielen. Aber ich habe mein Spiel nicht angepasst und er auch nicht.”
Larry Carlton:

Ein Gitarrist, der seit Jahrzehnten zur Weltspitze gehört

Larrys sorgfältig modellierter Sound war schon immer sein Markenzeichen. Dabei ist sein Instrument immer perfekt gestimmt, eine Technik die noch aus seinen Session-Zeiten stammt. “Ich verwende zwei BOSS TU-12 Chromatic Tuners,” sagt er, “einen für die akustische und einen für die elektrische Gitarre. Ich habe sie schon immer benutzt aber erst vor kurzem entdeckt, dass sie perfekt mit dem Buzz Feiten Tuning System zusammenarbeiten, welches ich auf allen meinen Gitarren habe.” Ein anderes “Werksgeheimnis” von Larry ist, dass seine Delays immer synchron zum Tempo der Musik laufen. “Ich verwende das Roland SDE-3000 seit Jahren wegen seiner Playmate-Funktion, mit der man das Tempo eintippen kann. Für mein kleineres Live-Setup verwende ich das BOSS DD-5 Digital Delay, weil es erstens auch einen Tap Tempo-Eingang und zweitens einen super-sauberen Delay-Sound hat. Egal in welchem Tempo wir anfangen zu spielen, ich kann die Delays einfach eintippen und brauche nicht einmal zu wissen, wieviel BPM das Temp beträgt.

Wenn sich das Tempo im Verlauf des Stückes ändert,tippe ich einfach noch einmal und bin wieder perfekt im Timing. Ich mache alle meine Delays während des Spielens als Unterteilungen des Metrums. Es ist nichts kompliziertes wie Triolen auf der einen Seite und Achtel auf der anderen, ich will nur in der Lage sein, es zu jederZeit eintippen zu können.”
Kürzlich hat Larry seine Gitarre komplett mit Chorus-Effekt direkt aufgenommen - etwas, was man normalerweise bei Aufnahmen nie macht und was Larry bei normalerweise auch nicht vorkommt. In diesem Fall war es möglich durch die Klangqualität und Ergonomie des BOSS CE-20 Chorus Ensemble. “Ich nehme fast nie Effekte mit auf,” meint Larry , “aber das neue CE-20 war so sauber und nebengeräuscharm dass ich einfach losspielte und es für einige Spuren des neuen Fourplay-Albums mit aufnahm. Eine andere Sache, die mir speziell für Live Gigs sehr gefällt, ist dass ich das CE-20 direkt programmieren kann. Es ist ein schöner, einfacher Chorus, mit dem ich sehr gut arbeiten kann. Ich finde sofort einen Sound, der mir gefällt und kann anfangen zu spielen - inklusive direkt aufnehmen.”

Larry experimentiert auch mit Loop-basierten Aufnahmen, wie man bei einigen der Kompositionen auf Deep Into It hören kann. Um seine kreativen Impulse umzusetzen verwendet er das BOSS
RC-20 LoopStation™. “Ich habe mir in Japan ein
RC-20 besorgt, weil ich die neueste und beste Sound-on-Sound-Lösung wollte,” sagt Larry. “Ich habe zuerst eines auf der Bühne im Blue Note in Tokyo ausprobiert und es hielt unglaubliche Möglichkeiten für mich bereit.

Wenn ich eine Begleit- oder Intro-Phrase einspiele, kann ich diesen Loop auch eine Minute später wieder verwenden oder Harmonien dazu spielen - ihn dann herausnehmen, um etwas anderes zu spielen und ihn dann wieder hereinnehmen. All dies kann ich augenblicklich tun - das ist das aufregende daran.
es ist eine Stimme mehr - eine, die es mir erlaubt, mich zu meinem eigenen Spiel auszudrücken.”