Interview mit Steve Bays

Mit seiner drahtigen, kompakten Figur und dem unbändigen Haarschopf kann man Hot Hot Heat's Frontman Steve Bays kaum übersehen. Vielleicht noch auffallender ist sein Roland Fantom, der vorne in der Mitte der Hot Heat-Bühnen-Setups aufgebaut ist. Wenn er sich gerade nicht hinter seinem silbernen Synthesizer befindet, ist Steve eher bescheiden, aber sobald er loslegt, wächst er mit seiner unglaublichen Bühnenpräsenz über sich hinaus..
Die neueste Sensation unserer Freunde aus dem Norden bietet soliden Druck und geniale Keyboard-Parts. Trotz der mäßigen Akustik des Majestic Ventura Theatre in Süd-Kalifornien, welches mit einer drei Stockwerke hohen Betonwand hinter der Bühne ausgestattet ist, triumphieren Hot Hot Heat mit ihren eingängigen Melodien und ihrer ungewöhnlichen Musikalität. Die meiste Zeit tanzt Steve hinter seinem Roland Fantom-S6 auf und ab und heizt die mehr als 1,000 zum Toben an.
Mit einfachen Hintergründen und der gelegentlichen Nebelmaschine war die Show unaufwändig, aber äußerst unterhaltsam. Man kann beim Zuhören bei dieser Band einfach nicht still stehen.
Dies hat Steve uns über seinen Fantom erzählt:

Wann hast Du mit dem Fantom begonnen?
Steve: Ich habe den Fantom sofort bekommen, als er herauskam. Davor habe ich einen Roland Juno-6 und einen SH-09 benutzt, die dem Ganzen diesen speziellen West Coast Snoop Dogg-Sound verliehen. Außerdem hatte ich zu dieser Zeit ein Rhodes und ein Roland Digital Piano mit gewichteten Tasten.
Aber es war äußerst nervig, diese ganzen Keyboards herumzuschleppen, Also habe ich verschiedene neue Instrumente ausprobiert und mich am Ende für den Roland Fantom entschieden — hauptsächlich wegen der Piano-Patches. Es ist so schwierig, einen guten Piano-Sound zu bekommen. Gute Orgel-Sounds sind genauso selten. Beim Fantom war die Tatsache, dass man Effekte hinzufügen konnte, alles was ich brauchte . Ich benutze oft den Low-Fi Compression-Effekt und die Rotary/Leslie-Simulation.
Du hast nicht als Keyboarder angefangen?
Steve: Ich habe alles gespielt. Hauptsächlich Schlagzeug. Dustin war ursprünglich am Bass und Paul spielte Gitarre. Aber dann bekam Paul von einem Freude seines Vaters einen Roland Juno-6. Niemand wusste, wie man den spielt und ich hatte sein 10 Jahren klassisches Klavier und Jazz gespielt. Bis dahin hatte ich niemals daran gedacht, beide Welten zu kombinieren. Ich führte eine Art Doppelleben, wo ich auf der einen Seite Jazz-Konzerte mit älteren Musikern so um die 40 spielte und mich auf der anderen Seite für Punk Bands interessierte. Und jetzt bin ich...

Du bist beim Fantom geblieben. Warum?
Steve: Wenn Du weißt, was Du hören willst, findest Du es beim Fantom sofort. Je mehr ich mich als Musiker und Produzent weiterentwickle, desto einfacher wird es für mich, Patches zu manipulieren. Ich kann jedes Patch exakt so formen, wie ich es haben will. Wenn ich mir z.B. eine Platte von The Band anhöre und dann zum Fantom gehe, kann ich ein Pink Patch erzeugen, welches The Band mit Bob Dylan emuliert. Oder wir schreiben einen Song, der in etwa wie Oingo Boingo oder sowas klingt - auch dafür gibt es ein Patch, welches den Sound exakt emuliert. man wird durch die Technologie nicht eingeschränkt. Die Grenzen werden nur durch die eigene Imagination gesetzt, was ich äußerst inspirierend finde.
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Mehr über die Band finden Sie unter www.hothotheat.com.
Photos by Tara Callahan