Interview mit Marty Friedman, Leadgitarrist von Megadeth

Als im Herbst 2000 die Ankündigung kam, dass Marty Friedman Megadeth verlassen würde, schien es eine seltsame Idee von Marty zu sein. Da war eine Band, die mehrfach mit Platin ausgezeichnet worden war und deren Popularität keinerlei Anzeichen von Schwäche zeigte. Und als Leadgitarrist war es nicht so, dass Marty nicht genug zu spielen gehabt hätte. Trotzdem stellte Marty sich einen anderen Sound vor, dem er meinte, nachgehen zu müssen. Also verließ Marty nach einer sehr öffentlichen und freundschaftlichen Trennung die Konzertbühne und die Band, mit der er 10 Jahre und 8 Alben zusammengearbeitet hatte, um sich in die Einsamkeit seines Studios zurückzuziehen.

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“Seit ich Megadeath verlassen habe, habe ich ununterbrochen Musik geschrieben,” erklärt Marty in seinem Haus in Arizona. “Ich habe ein Studio gebaut, geschrieben und für mein Soloalbum aufgenommen. Dies ist dasjenige, auf das all die Leute, die mich mehr spielen hören wollten, gewartet haben. Ich mache alles: Schreiben, arrangieren, produzieren und aufnehmen. Ich bin bald soweit, durchzudrehen. Diesmal ist die Musik wirklich extrem.”
Marty weist schnell darauf hin, dass die Musik von Megadeth, neben der Tatsache, dass es Heavy Metal ist, nicht notwendigerweise so intensiv war. “Mit Megadeath haben wir grossartige Musik gespielt, aber es war nicht zu Pop und nicht zu Heavy. Auf meiner Soloplatte treibe ich das Heavy-Zeug ins Extreme. Wo ich beispielsweise bei Megadeaty eine zweistimmige Melodie gespielt habe, spiele ich jetzt sechs Stimmen. Zur selben Zeit habe ich gelernt, die Musik offener zu machen. Man hört mehr durch die verschiedenen Schichten - die Distortion. Was mir bei diesen vielschichtigen Sounds sehr hilft, ist mein BOSS GT-6 Guitar Effects Processor.”Marty macht sich die zwei Aspekte zunutze, die das GT-6 so erfolgreich gemacht haben: Die COSM Modeling-Technologie,

die realistische Emulationen von Verstärkern und Lautsprechern liefert und die reichhaltige Ergänzung durch DSP-basierte Effekte. Die Amp-Emulstionen hat er beinahe zufällig entdeckt. "Ich hatte den Amp fertig mikrofoniert und eine Spur aufgenommen” erinnert sich Marty, “als ich dachte, ‘mal sehen, wie der Direktsound klingt’ ich habe nicht direkt nach etwas gesucht, um den abgenommenen Amp zu ersetzen, ich wollte es einfach einmal anders hören. Also habe ich einfach einen Sound im GT-6 aufgerufen. Ich habe nicht einmal speziell einen ‘modellierten’ Rectifier oder einen ‘modellierten’ Marshall gesucht; es war einfach ein Rock-Preset, welches ich aufgerufen habe.
Ich habe den Pegel etwas verändert, damit aufgenommen und es war besser, als das, was ich vorher aufgenommen hatte! Und ich bin ein Verfechter davon, Luft zu bewegen. Trotzdem - es klang nicht nur besser, sondern auch realistische. es hat mir unendlich viel Zeit gespart, da ich auch mein eigener Ingenieur bin. Aber letztendlich geht es nur um den Sound und ich bin nicht zu stolz, etwas anderes zu benutzen, wenn es besser klingt.”

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Wenn es um andere Effekte geht, zusätzlich zu den individuellen Sounds seiner Lieblings-BOSS Pedale MT-2 Metal Zone, CE-2 Chorus und DD-3 Digital Delay, liefert ihm das GT-6 eine unverzichtbare Auswahl innovativer Möglichkeiten. “Viele Bands machen einen fetten Sound, indem sie einfach die Haupt-Rhythmusgitarre mehrfach übereinanderlegen,” beobachtet Marty. “aber mit den Effekten des GT-6 kann ich dieselbe Fülle bekommen, ohne die selben Akkorde und Power-Riffs spielen zu müssen, die jemand anders schon vor zehn Jahren verwendet hat, um einen satten Sound zu erzeugen. Das GT-6 liefert komplexe Sounds mit Tiefe - Klänge, die ich zu eigenen, einzigartigen Sounds machen kann.
“Der Slicer beispielsweise hilft mir, variantenriche Gitarrenlandschaften zu erzeugen, so dass ich nicht immer die alten Power-Akkorde spielen muss, die wir alle so gut kennen. Es klingt immer noch wie eine Gitarre, aber es füllt den Raum in Deinem Sound, der bis jetzt ungenutzt war. Der Humanizer klingt anders, als jedes Pedal, das ich bis jetzt gehört habe. er liefert einen erstklassigen atmosphärischen klang. Ausserdem verwende ich den Feedbacker-Effect, so dass jeder Sound Feedbacks bis zum Abwinken erzeugt. Du kannst einen Akkord halten, eine Note des Akkords anschlagen, den Feedbacker treten und diese eine Note bleibt stehen. Es ist sehr schwer, diesen Effekt zuverlässig zu erzeugen – live oder im Studio. Mit dem GT-6 klappt es jedes Mal.”

Marty hat die Technologie des GT-6 erfolgreich in seine Arbeitsweise integriert, wie er hier am Beispiel des Defretters beschreibt: “Wenn immer ich ein Riff spiele, dass wie eine Hookline klingen soll, verdreifache ich sie, um ihr eine dimensionale Komponente zu verleihen. Ich verwende den Defretter auf der linken und rechten Seite und behalte die Gitarre mit Anschlag in der Mitte. Der Defretter nimmt den Anschlag weg und lässt es mehr wie Streicher klingen, als wie eine gezupfte Gitarre. Ich verwende dafür auch den Slow Gear. der klingt fast wie Gitarre rückwärts - aber eben nur fast.”
Mehr als alles andere schätzt Marty die Art und Weise in der der GT-6 es ihm ermöglicht, sich auf die Musik zu konzentrieren, anstatt sich um die Technik kümmern zu müssen. “Der GT-6 ist sehr einfach zu bedienen, was nicht nur für mich, sondern, wie ich glaube, für alle Gitarristen wichtig ist. Die Emusltionen sind so überzeugend realistisch, dass ich meie Stacks überhaupt nicht vermisse. Und die Special Effects sind wie nichts, was ich je vorher gehört habe. Der Klang einiger dieser Effekte erinnert mich an die Sounds von Brian May, der Farben und Texturen gespielt hat, die man noch nie vorher gehört geschweige denn sich vorgestellt hat. Ich lasse nichts unversucht, diesem Vorbild nachzukommen.”