Interview mit BT

Der V-Synth hebt ab

Man kennt ihn in der ganzen Welt als “Vater des Trance”, aber Brian Transeau (BT) ist vielseitig. Ob er Elektronik mit Orchester mischt (für Filme wie The Fast and the Furious und Stealth), mit Mega-Stars wie Sting zusammenarbeitet oder epische Remixes für Sarah McLachlan, Tori Amos, Madonna oder Seal macht, BT bringt herausragendes Songwriting, klangliche Innovationen und die neueste Technologie für einen erstklassigen organischen Sound zusammen.

Eines der neuesten Instrumente in BTs Studio und Live Setup ist der Roland V-Synth, den BT als eine der aufregensten und unterschätztesten technologischen Neuerungen der letzten Jahre bezeichnet. "Er ist aufregend, weil er Dinge kann, die kein anderer Synth beherrscht und er wird unterschätzt da die Leute dazu tendieren, Synthesizer nach ihren Presets zu beurteilen - wie ist das Piano etc.. Dabei wird das Potential des V-Synth meilenweit unterschätzt. Die einzigartige V-Synth-Technologie ist unglaublich, auf der Bühne und im Studio”.

Als der V-Synth zu BT geliefert wurde, war seine erste Frage: “Wie lösche ich alles?” Er zieht es vor, Sounds bei seinen Synthesizern von Null neu zu gestalten. “Als wir diese Maschine neu hatten, haben wir erstmal AIF- und WAV-Dateien hineingeladen und damit begonnen, diese mit dem Synthese-Prozessor zu bearbeiten. Das Laden von Wellenformen aus dem Computer in den V-Synth ist wirklich einfach und problemlos. Interessante Dinge geschehen, wenn man damit beginnt die V-Synth-Technologien — PCM, Analog Modeling und externer Eingang — auf unterschiedliche Weise zu kombinieren: Mischen, Frequenz-Modulieren, Hüllkurven-Ringmodulieren etc. Mit dem V-Synth gibt es unendliche Soundgestaltungs-Möglichkeiten".

“Besonders beeindruckt hat mich der externe Eingang, wenn man den V-Synth mit Streaming Audio benutzt” fährt er fort. “Er ist auch prima für Sounddesign geeignet, da man nicht Hunderte Von Stunden mit dem Schreiben von Code verbringen muss, um außergewöhnliche Effekte zu erhalten. Er ist einfach ein unglaublich gutes werkzeug für Sounddesign. Der D Beam und das TimeTrip Pad eröffnen neue Felder mit Ausdrucksmöglichkeiten. Der HOLD-Taster erlaubt das Einfrieren von Parameter-Werten an der Stelle, an der man stoppt, so dass man das Pad wie eine Trommel anschlagen und so interessante rhythmische Effekte generieren kann. Man kann z.B. einen Loop in Echtzeit einfrieren und ihn in den Resonator füttern. Es gibt heute exzellente Timestretching-Plug Ins, aber mit dem V-Synth kann man Echtzeit-Manipulationen durchführen - so sollte ein Instrument sein. Es sollte uns nicht seinen Willen aufzwingen - wir sollten ihm unseren Willen aufzwingen können!"

“Der V-Synth ist ein unglaubliches Instrument” fährt BT fort. “Bei der Arbeit an dem Film [Stealth], bin ich wirklich tief in sein Innenleben eingetaucht - es ist Magie.”

Interview von Greg Rule